Schulbesuch für Kriegskinder in Süd-Kivu

Foto: Masoso A. - 2015
Foto: Masoso A. - 2015

Der kleine Byinzigiro hat mit seinen 12 Jahren schon genug Unglück für ein ganzes Menschenleben erfahren. Jetzt ist es an der Zeit auch einmal auf der Gewinnerseite zu stehen. Ab September geht er nämlich zur Schule und darf lernen - für seine Zukunft!

 

Byinzigiro (Foto) wurde 2003 in Minembwe, Süd-Kivu, DR Kongo geboren. Ein Jahr später starb sein Vater, Soldat in der kongolesischen Armee bei Auseinandersetzungen mit MaiMai Rebellen. Kurz vor Weihnachten 2005 starb auch seine Mutter Nyamatungo einen gewaltsamen Tod. Sie war mit einer Gruppe auf dem Weg von Uvira am Tanganjika See zurück nach Minembwe, als sie von lokalen Milizen aufgehalten und später ohne jeden Grund ermordet wurde.

 

Gerade einmal 2 Jahre alt und schon Vater und Mutter an den Krieg verloren. Glücklicher Weise gab es noch Oma Elisabeth - sie nahm den kleinen Byinzigiro auf und versorgte ihn so gut es ging. Zu diesem Zeitpunkt war sie allerdings bereits krank - kein Wunder - die durchschnittliche Lebenserwartung in den Kivu Bergen liegt bei gerade einmal 45 Jahren. 2008 starb auch sie an Magenkrebs. 

 

Seither kümmert sich die lokale Hilfsorganisation Misericorde um ihn und um 30 weitere Kinder im Alter zwischen 8 und 14 Jahren, denen meist der Krieg die Eltern geraubt hat. Wir möchten allen 30 Waisenkindern eine gute Schulausbildung ermöglichen, damit aus Perspektivlosigkeit eine Hoffnung für die Zukunft wächst.

 

Misericorde war glücklicherweise in der Lage eine Familie für Byinzigiro zu finden, die selbst zwei Kinder im gleichen Alter hat und ihn bei sich aufnahm. Das Geld reicht nur für das Nötigste, aber die Familie versucht alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die drei Kinder ordentlich zu versorgen und zu erziehen. 

 

 Als wir die Geschichte von Byinzigiro hörten, waren wir sofort sicher, dass wir hier helfen müssen!

Byinzigiro, das heißt in der Sprache seines Stammes „Jene die Hoffnung haben" - diese Hoffnung wollen wir erfüllen!

Neuigkeiten aus diesem Projekt:


Days for Girls - waschbare Binden verändern alles

Wenn Mädchen in Afrika ihre Periode haben, versäumen sie oft für mehrere Tage den Schulunterricht. Es mangelt nicht nur an Hygieneartikeln, sondern auch an Offenheit. Doch es gibt Projekte und Ideen, die Abhilfe versprechen.

 

So sieht es in der westlichen Welt aus: Auf schicken Regalen sind fein säuberlich 50 Arten von Binden und Tampons aufgereiht. Super und Mini, mit Flügeln, Vliesoberfläche oder dezenter Duftnote - Mädchen und Frauen haben bei Hygieneartikel für die Menstruation die Wahl. In den meisten Ländern Afrikas ist dies undenkbar, vor allem für die Landbevölkerung. Wenn Mädchen hier ihre Periode haben, können sie vier oder fünf Tage lang nicht zur Schule gehen, weil sie nichts zur Verfügung haben, was den Blutstrom aufhält. Ein fast vergessenes Problem, das nur wenig Beachtung findet. Eine Lösung für das Dilemma bietet die amerikanische Organisation Days for Girls mit ihren lokal hergestellten "Days for Girls Kits". In einem Stoffbeutel befinden sich 6 wiederverwendbare Binden, Panties, ein Waschlappen, zwei Plastiktüten und zwei undurchlässige Vorlagen. Die Organisation hofft bis 2018 rund 1 Million Days for Girls Kits verteilt zu haben.

 

 

In Kooperation mit Days for Girls hat unsere Koordinatorin Masoso Antoinette jetzt den Mädchen aus unserem Kriegskinder in Süd-Kivu Schulprojekt die DfG-Kits mitgebracht und erklärt. Mawazo, Namahoro und Nyagiciro (von links nach rechts) sind begeistert und freuen sich sehr über diese neu gewonnene Freiheit. 

 

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Zwei Stunden Licht zum lernen

Große Freude über Solar-Lampen

Mission Kongo - Solarlampen Projekt in Süd Kivu, DR Kongo
Foto: Masoso Antoinette, Misericorde

Schon seit dem Schuljahr 2015/16 unterstützen wir eine Gruppe von Kriegswaisen im Osten der DR Kongo, indem wir den Schulbesuch für diese Kinder und Jugendlichen finanzieren. Zunächst waren es nur 12 Kinder, seit diesem Sommer sind es schon 35.

 

Ein Problem ist jedoch, dass die meisten Kinder nach der Schule noch im Haushalt oder auf den Feldern helfen müssen. Da es keinen Strom gibt und die Sonne bereits um 19:00 Uhr untergeht (der Kongo liegt direkt am Äquator), bleibt viel zu oft keine Zeit mehr für die Hausaufgaben oder um für die nächste Klassenarbeit zu lernen.

 

Gemeinsam mit dem Kinderbeirat Münster der Kinderhilfsorganisation Children for a better World e.V. in Kooperation mit dem Coppenrath Verlag konnten wir dieses Problem lösen. Alle Kinder und deren Pflegefamilien wurden jetzt mit einer Solarlampe von Villageboom ausgestattet. So konnten wir jedem Kind zwei Stunden Licht fürs Lernen schenken. Außerdem sparen die Pflegefamilien jetzt im Schnitt US$ 6,- pro Monat, die sie bisher für Petroleum ausgeben mußten. 

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Erster Schultag für Kriegswaisen im Kongo

Kriegskinder in Süd Kivu - Mission Kongo e.V.

Am 9. September hat im Kongo das neue Schuljahr angefangen. Für 32 Kinder und Jugendliche aus dem Hochland von Minembwe im Osten des Zentralafrikanischen Landes ein ganz besonderer Tag. Die Meisten von ihnen haben beide Eltern an den immer wieder aufflammenden Krieg in der Region verloren. Sie wohnen bei Pflegefamilien, die die Kosten für ihre Ausbildung beim besten Willen nicht aufbringen können. Hier hilft Mission Kongo gemeinsam mit unserem lokalen Partner Misericorde. Neben den Schulgebühren bekam jedes Kind eine neue Schuluniform, Hefte und Stifte sowie ein neues Paar Schuhe für den täglichen Marsch zur Schule. Manche Kinder laufen täglich 2-3 Stunden, um am Unterricht teilnehmen zu können. Für viel Freude sorgten auch die neuen T-Shirts mit dem Aufdruck „Schule hat begonnen“ die unsere Koordinatorin Masoso Antoinette für alle Kinder im Gepäck hatte. 

 

An dieser Stelle möchten wir nochmals den Leserinnen und Lesern der Westfälischen Nachrichten aus Münster danken, die mit Ihren Weihnachtsspenden 2015 diese wunderbare Möglichkeit für diese Kinder eröffnet haben.

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